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Fatwa: Es ist haram ‘israelische’ Datteln zu kaufen und zu verkaufen

Eine Fatwa über das kaufen und verkaufen von israelischen Datteln und anderen landwirtschaftlichen Produktionen

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Israel ist einer der größten Exporteure von landwirtschaftlichen Produkten. Laut einem Bericht des WhoProfits Research Centers wurden 40% der Datteln, die sie in 2011 geerntet hatten, mit einem Gewinn von 265 Millionen $ exportiert. Die meisten Dattelplantagen befinden sich im besetzten Teil des Jordan­Tals und dem Gebiet des toten Meers, wobei illegale Siedlungen bis zu 60% der israelischen Datteln produzieren und bis zu 40% davon werden exportiert. Über die Hälfte aller Medjool Datteln auf der Welt werden im besetzten Jordan­Tal gepflanzt.

Schon seit dem Palästina 1948 eingenommen wurde, haben sich antizionistische Bewegungen und viele Muslime einer friedlichen Aktion des ökonomischen Boykotts angeschlossen welche als das ‘Minimum’ gesehen wird, was man tun kann, um die zionistische Regierung dazu zu drängen ihre Verbrechen und ihre Unterdrückung zu stoppen. Oft geschieht dies als Reaktion auf vorübergehende Ereignisse, während die anhaltende Besetzung nur selten als ausreichender Grund gesehen wird, um den Boykott fortzuführen, wenn man die gute Qualität der Produkte berücksichtigt, welche die zionistischen Produzenten im gesegneten Land anbauen.

Dies wird oft mit dem Grundsatz gerechtfertigt, dass es erlaubt ist von den Leuten der Schrift zu kaufen, sogar während Kriegszeiten. Dies wird durch zahlreiche Hadithe unterstützt. Der palästinensische Fall ist jedoch speziell. Ihr Land und ihre Rechte wurden ihnen komplett und ohne Einschränkungen genommen. Es existiert auch bereits ein islamisches Urteil über diese Angelegenheit, auch wenn es leider oft nicht beachtet wird.

Der erste, der diese Fatwa 2010 vorstellte war Shaikh (Dr.) Ahmad al­Raissouni, ein Faqih und eine Authorität im islamischen Fiqh (geboren 1953 n.Chr.). Der Shaikh ist ein Gründingsmitglied und der Vizepräsident der Internationalen Union Muslimischer Gelehrter. Er ist im Moment der Leiter des Zentrums für Studien und Forschung über das Thema Maqasid in Rabat und hält diese Position bereits seit Ende 2012. Er ist ebenfalls ein Mitglied des Exekutivrats des internationalen Forums islamischer Gelehrter, innerhalb der muslimischen Weltliga. Seine Fatwa wurde von zahlreichen Gelehrten unterstützt, welche sie überprüft haben und sie aus einer islamrechtlichen Perspektive verteidigen. Ich selbst befürworte und unterstütze diese Fatwa ebenfalls.

Zusammenfassung der Fatwa

Die Fatwa erklärt es für haram (verboten) aus Israel importierte Datteln zu kaufen und zu verkaufen, sieht „diese Datteln als gestohlen von ihren ursprünglichen Besitzern, den Palästinensern“ und zeigt auf, dass der Kauf dieser Datteln eine Art der „Unterstützung und Finanzierung der Fortführung dieses Diebstahls“

Shaikh (Dr.) al­Raissouni erklärt:

„Es ist , genauso wie bei allen anderen israelischen Gütern, verboten israelische Datteln zu besitzen oder Geld für ihren Besitz zu zahlen. Es ist ebenfalls verboten mit solchen Gütern zu handeln. Daher ist der Kauf (dieser Datteln) haram, das Anbieten von ihnen zum Verkauf ist haram, der tatsächliche Verkauf von ihnen ist haram und der Gewinn aus ihnen ist ebenfalls haram.“

Zwei Begründungen für das Urteil

Dieses Urteil basiert auf zwei wesentlichen Gründen:

„Der erste ist der Fakt, dass diese Datteln ungerechtfertigter Weise von ihren rechtmäßigen Besitzern genommen wurde (dies ist als Ghasb im Fiqh bekannt). Die Zionisten haben das Land Palästina, einschließlich ihrer Bauernhöfe, ihrer Bäume, ihres Wassers und ihr Zuhause (auf illegale, unethische und unmenschliche Weise gestohlen)“

„Der zweite Grund ist, dass das Kaufen von israelischen Gütern eine Art der Unterstützung und Finanzierung der Fortführung des (israelischen) Diebstahls (an palästinensischem Land) und all den Verbrechen, die von den Zionisten in Palästina und dessen Umkreis begangen wurden. Diejenigen, die ihr Vermögen dem Angreifer geben und diesen somit in seinem Verbrechen stärken (und ihn dabei unterstützen, damit weiterzumachen), werden dadurch ein Beteiligter daran.

Sind sie nicht ‘die Leute der Schrift’?

Einige Händler rechtfertigen ihren Verkauf dieser Datteln, da sie von ‘den Speisen der Leute der Schrift’ sind, deren Verzehr im Quran erlaubt wurde. Als Antwort darauf sagte Shaikh (Dr.) al-Raissouni:

„Dieses Urteil hat nichts mit dem Essen der Speisen der Leute der Schrift, seien sie Christen oder Juden, zu tun, denn es ist für einen Muslim erlaubt die Speisen der Juden, welche in Marroko oder irgendeinem anderen muslimischen Land leben, einschließlich ihrer Schlachtopfer, zu essen. Unsere Aussage ist bezüglich den Produkten, die wir von diesen (Besetzern) und Angreifern erhalten, von dem was sie gestohlen haben oder was sie dazu benutzen um ihren Diebstahl und andere Verbrechen zu finanzieren.“

Die Wichtigkeit dieser Angelegenheit sollte keine besondere Betonung brauchen, wenn wir berücksichtigen, dass die große Mehrheit von uns beim Fastenbrechen Datteln konsumieren. Wir sollten uns nicht während des Tages von dem enthalten, was Allah erlaubt gemacht habt, aber unser Fasten mit dem brechen, was Allah verboten gemacht hat. Stellt euch den Hunger und den Durst vor, den ihr um Allahs Willen erlebt, die Geduld, die man während den langen, heißen Sommertagen des Ramadan zeigt; und jetzt stellt euch vor, dass der Lohn dafür wegen eurer Achtlosigkeit in diesem schwerwiegenden Fall des Verletzens der Rechte der Schöpfung Allahs weggespült wird.

Und Allah weiß es am Besten

About Shaikh (Dr) Haitham Al-Haddad

Dr. Haitham al-Haddad is a jurist and serves as a judge for the Islamic Council of Europe. He has studied the Islamic sciences for over 20 years under the tutelage of renowned scholars such as the late Grand Mufti of Saudi Arabia as well as the retired Head of the Kingdom's Higher Judiciary Council. He specialises in many of the Islamic sciences and submitted his doctoral thesis on Islamic jurisprudence concerning Muslim minorities. Shaikh Haitham is highly respected having specialised knowledge in the field of fiqh, usul al-fiqh, maqasid al-shari'ah, ulum al-Qur’an, tafsir, aqidah, and fiqh al-hadith. He provides complex theories which address the role of Islamic jurisprudence within a western environment whilst also critically re-analysing the approach of Islamic jurists in forming legal rulings (ifta’) within a western socio-political context. He has many well known students most of whom are active in dawah and teaching in the West. The shaikh is an Islamic jurist (faqih) and as such is qualified to deliver verdicts as a judge under Islamic law, a role he undertakes at the Islamic Council of Europe as Islamic judge and treasurer. Dr Haitham al-Haddad also sits on various the boards of advisors for Islamic organisations, mainly in the United Kingdom but also around the world.

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